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DIE SPENDENPROJEKTE

27 Maßnahmen befähigen zum Agieren im Netz

Digitale Bildung und Teilhabe

Caritas-Jubiläumsspende Bamberg 2021

Spendenprojekte in der Umsetzung

Autismus-Kompetenzzentrum Oberfranken

Online-Beratung soll
auch nach Corona ein
Angebot bleiben

Caritasverband Kronach

Computerarbeitsplatz für
Ratsuchende in Sozialer
Beratungsstelle

Fachdienst Migration

Digitale Teilhabe für
Geflüchtete und Menschen
mit Migrationserfahrung

Bericht lesen

Caritasverband Nürnberger Land

Kurse machen aus
Digitalen Medien Helfer
statt Ballast

Menschen, denen der Zugang zu digitalen Angeboten erschwert ist, die Nutzung erleichtern: Das will das Projekt „Digitale Bildung und Teilhabe“. Der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg hat es zu seinem 100jährigen Bestehen auf den Weg gebracht. Im Rahmen des Projekts fördert er Maßnahmen vor Ort, die ganz konkret Menschen Hilfestellung leisten, die in unserer zunehmend digitalisierten Welt benachteiligt sind.

In zwei Antragsrunden hat eine Jury insgesamt 27 Maßnahmen ausgewählt, die eine Förderung erhalten. Sie richten sich an ganz unterschiedliche Personenkreise, denen aber eines gemeinsam ist: Sie tun sich schwer mit Internet, PC, Smartphone und Co.

Das Projekt

An mehreren Standorten in unserer Erzdiözese werden daher Schulungen im Umgang mit den elektronischen Hilfsmitteln angeboten:

So bietet das Büro für Altersfragen in Veitsbronn, ein Dienst der Caritas Fürth, dreitägige Kurse für Senioren an. Hürden und Hemmnisse im Umgang mit dem PC und dem lnternet sdollen abgebaut werden. Ziel ist, dass die Teilnehmenden Grundkenntnisse in einem Textprogramm erwerben, Bestellungen im Internet aufgeben und an Videokonferenzen teilnehmen können. Die Quartiersarbeit in Altenkunstadt, die zur Caritas Lichtenfels gehört, baut ein Internet-Café und eine digitale Sprechstunde auf. Zielgruppe sind auch hier Senioren. Ehrenamtliche begleiten die Gruppen und gestalten den Austausch.

Sogar das Haus des Kindes St. Sebastian in Reichmannsdorf will Schulungen für die ältere Generation anbieten. Die Kindertageseinrichtung, die Familienstützpunkt ist, will damit die Vernetzung zwischen Alt und Jung fördern. Sie zielt dabei nicht nur auf die Großeltern der Kinder, sondern will auch Neuzugezogene einbeziehen.

Ähnliche Kompetenzen wollen das Bamberger Agnes-Neuhaus-Heim und die Forchheimer Begegnungsstätte INSEL psychisch Kranken vermitteln. Diese benötigen Unterstützung, um sich im Internet zurechtzufinden. Viele alltägliche Vorgänge werden immer öfter nur noch digital abgewickelt: Anmeldungen bei Behörden, Terminvergaben, E-Mail-Korrespondenzen, Suche nach Informationen. Dies selbständig zu erledigen, wird bei den beiden Einrichtungen, die zum Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) gehören, in kleinen Gruppen trainiert.

Bereits kleinen Kindern Sicherheit im Umgang mit elektronischen Medien geben wollen die am Projekt beteiligten Kindertagesstätten. Die Kinder sollen behutsam mit den digitalen Technologien vertraut gemacht werden, mit denen sie in ihrem Alltag, etwa der Familie, schon längst konfrontiert sind. Bei der Katholischen Kindertagesstätte St. Antonius in Lisberg fördert das Spendenprojekt für die Erzieherinnen einen Fernkurs „Digitale Medien in der Kita“. Dem Kinderhaus Leo der Caritas Coburg wird Hardware-Ausstattung (Smartphone-App, Tablets, Notebook, Beamer) finanziert. Die Kinderkrippe Gärtnerhaus in Bamberg erhält Tablets, auf denen die Kinder ihre Lerngeschichte verfolgen können. Dabei verfolgen die Einrichtungen auch das Ziel, Geräte und Medienangebote allen Kindern zugänglich zu machen, unabhängig vom sozialen Hintergrund. Denn manchen Kindern fehlt der (technische) Zugang zu sinnvollen Kinder-Apps.

Eine digitale Sprechstunde für Migranten bietet der Fachdienst Migration an, der ebenfalls zum SkF Bamberg gehört. Dessen Klienten machen vor allem mangelnde Sprachkenntnisse zu schaffen. In der Sprechstunde beantwortet ihnen eine Honorarkraft alltägliche Fragen zu Homeschooling und Lernportalen, Anmeldung bei Internetportalen und Webseiten von Behörden wie der Arbeitsagentur, E-Mails, Passwörtern und Internetrecherche. Das Angebot richtet sich an alle Altersgruppen und an Klienten in Bamberg, Forchheim, Lichtenfels, Kronach und Coburg.

Menschen mit Behinderung die Nutzung des Internets erleichtern will die Benedikt-Menni-Werkstatt der Barmherzigen Brüder in Gremsdorf. Dazu setzt sie die App Mefacilyta ein, die zusammen mit anderen Einrichtungen der Barmherzigen Brüder in Europa entwickelt wurde. Da die App kostenfrei ist, wird die Anschaffung der Hardware (Laptop, Tablet) gefördert.

Gleich an mehrere Zielgruppen richtet sich das Caritas-Freiwilligenzentrum in Neustadt an der Aisch. Ehrenamtliche halten Computerkurse durch für Senioren, Geflüchtete und sozial Benachteiligte, die keinen Zugang zu eigenem Computer haben. Zudem gibt es einen öffentlichen Computerarbeitsplatz für bedürftige Personen.

Schulungen im Umgang mit
den elektronischen Hilfsmitteln

Kindern mit Migrationshintergrund Hausaufgabenhilfe gibt die Allgemeine Soziale Beratung Fürth. Bislang erteilten Ehrenamtliche den Schülerinnen und Schülern aus Grund-, Mittel- und Realschule zweimal wöchentlich Nachhilfe in Präsenz. Jetzt ergänzen Videomeetings das Angebot. Auch die individuelle Betreuung ist über digitale Kanäle möglich.

Auch bei mehreren Kindertagesstätten geht es darum, die Schulkind- und Hausaufgabenbetreuung unter den Bedingungen der Digitalisierung sicherzustellen: in der Kindertagesstätte St. Sebastian in Bamberg-Gaustadt und in der Kindertageseinrichtung St. Jakobus in Burgwindheim sowie in der Heilpädagogischen Tagesstätte (HPT) und der Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) des Katholischen Bildungszentrum am Oberen Stephansberg in Bamberg. Dabei spielt eine Rolle, dass Kindern aus Familien mit geringem Einkommen zu Hause die technischen Mittel für die Erledigung digitaler Aufgaben fehlen. Die SVE kämpft zudem mit dem Problem, dass sie aus den Bundes- und Landes-Förderprogrammen zur Digitalisierung der Schulen ausgeschlossen ist.

Die Sozialen Beratungsstellen benötigen digitale Geräte aber nicht nur für den Kontakt zu Schülern. „Hartz IV“ und ähnliche Leistungen können und sollen online beantragt werden. Vielen Klienten fehlt aber sowohl zu Hause die Ausstattung, denn der Regelsatz bietet keine finanzielle Grundlage für deren Anschaffung, als auch die nötige Kenntnis.

Die Soziale Beratungsstellen der Caritasverbände Kronach und Kulmbach stellen daher in ihren Räumen den Ratsuchenden Computerarbeitsplätze mit leistungsfähigem Internetzugang, Drucker und Scanner zur Verfügung. Wenn nötig, unterstützen die Berater bei der Bedienung. In ähnlicher Weise stellt die Caritas Coburg in der Sozialen Beratungsstelle und im Frauenprojekt „Amal“ ihren Klienten die notwendigen Geräte bereit, damit diese nach einer Einweisung selbständig elektronisch kommunizieren können. Das Angebot umfasst auch Schulungen, Einzelgespräche und Videokonferenzen.

Die Caritas Hof stattet ihre Verbandszentrale mit digitaler Infrastruktur aus. Dadurch kann künftig der Konferenzraum für Angehörigen- und Selbsthilfegruppen, für Jugend- und Erwachsenenbildung genutzt werden. Die Beratungsstellen im Haus vermitteln digitale Kompetenzen an ihre Klienten, führen etwa lebenspraktische Schulungen und Bewerbungstrainings für Jugendliche durch.

Ähnlich installiert die Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Teuschnitz WLAN ihrem Pfarrheim. Dadurch soll der Austausch unter den Jugendlichen und den Senioren im Seelsorgebereich Frankenwald, der 27 Gemeinden umfasst, erleichtert werden. Viele Jugendlichen haben zu Hause keinen Internetanschluss und keine digitalen Endgeräte außer Handys. Auch Fortbildungsangebote soll es geben.

Noch weiter geht die Caritas Nürnberger Land. Sie will ergänzend zu Schulungen Geräte an die Klienten ausgeben. Eine Spende von 100 Laptops soll dies ermöglichen. Zielgruppe sind Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten, alleinlebende Senioren und Menschen mit Behinderung. Die Schulungen werden über die Quartiersarbeit an verschiedenen Standorten im Landkreis angeboten.

Ebenfalls über die Quartiersprojekte führt die Caritas Fürth eine weitere Maßnahme durch. In der Fürther Südstadt, in Cadolzburg und Veitsbronn ermöglicht sie engagierten Bürgern, an digitalen Angeboten teilzunehmen und sich digital untereinander zu vernetzen. Dazu verleiht sie Laptops und Zubehör, berät bei der Nutzung und organisiert Schulungen, die wiederum Freiwillige aus der Nachbarschaft erteilen. Außerdem bauen die Quartiersprojekte eine Internettauschbörse auf. Auf diesem Portal können Angebote und Suchanfragen für Nachbarschaftshilfe, Taschengeldjobs und freiwilliges Engagement eingestellt werden.

Im Stadtteil-Büro Babenberger Viertel in Bamberg halten freiwillig engagierte Internetlotsen offene Sprechstunden und erklären Menschen, die mit ihrem Smartphone oder Laptop dahin kommen, deren Gerät. Wer kein Gerät hat, kann die Ausstattung im Quartiers-Treffpunkt „frei-raum“ nutzen. 

Auch um überhaupt Beratung aufrechterhalten zu können, sind Stellen auf digitale Ausstattung angewiesen. Die Klienten des Autismuszentrums Oberfranken leben verstreut im ganzen Regierungsbezirk und haben oft weite Wege zum Standort Burgkunstadt zurückzulegen. Im Lockdown waren Außensprechstunden und persönliche Kontakte nicht möglich. Die Anschaffung eines Laptops ermöglichte, Beratungsgespräche und Schulungen – zum Beispiel Elterntrainings – über ein Videokonferenztool durchzuführen.

Ähnlich arbeitet auch die Traumafachberatung Brücke in Erlangen. Die Gruppen der Traumatisierten und psychisch Kranken kommen in Videokonferenzen zusammen und können sich so weiter austauschen. Traumatelefon und Beratung per E-Mail erfreuen sich großer Beliebtheit. Für diese kommunikativen Wege wurden Mitarbeiter und Ehrenamtliche der bei der Caritas Erlangen angebundenen Beratung mit Hard- und Software ausgestattet.

Internet und Geräte als
Voraussetzung

Für die Förderung der Maßnahmen stellt der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg 80 % seines Anteils am Erlös der beiden Caritas-Sammlungen 2021 zur Verfügung. Leider sind aufgrund der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie die Einnahmen der Caritas-Sammlung zurückgegangen. So sank 2020 der Erlös im Vergleich zu 2019 um 20 %. Auch im Frühjahr 2021 blieb er gegenüber 2019 immer noch um 90.000 Euro zurück. Daher ist der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg auf zusätzliche Spenden angewiesen.

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