DIE SPENDENPROJEKTE

Zwölf Maßnahmen befähigen zum Agieren im Netz

Digitale Bildung und Teilhabe

Caritas-Jubiläumsspende Bamberg 2021

Spendenprojekte in der Umsetzung

Autismus-Kompetenzzentrum Oberfranken

Online-Beratung soll
auch nach Corona ein
Angebot bleiben

Fachdienst Migration

Digitale Teilhabe für
Geflüchtete und Menschen
mit Migrationserfahrung

Bericht lesen

Menschen, denen der Zugang zu digitalen Angeboten erschwert ist, die Nutzung erleichtern: Das will das Projekt „Digitale Bildung und Teilhabe“. Der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg hat es zu seinem 100jährigen Bestehen auf den Weg gebracht. Im Rahmen des Projekts fördert er Maßnahmen vor Ort, die ganz konkret Menschen Hilfestellung leisten, die in unserer zunehmend digitalisierten Welt benachteiligt sind.

Nach einer ersten Antragsrunde hat eine Jury zwölf Maßnahmen ausgewählt, die eine Förderung erhalten. Sie richten sich an ganz unterschiedliche Personenkreise, denen aber eines gemeinsam ist: Sie tun sich schwer mit Internet, PC, Smartphone und Co.

Das Projekt

An mehreren Standorten in unserer Erzdiözese werden daher Schulungen im Umgang mit den elektronischen Hilfsmitteln angeboten:

So bietet das Büro für Altersfragen in Veitsbronn, ein Dienst der Caritas Fürth, dreitägige Kurse für Senioren an. An jeweils drei Stunden pro Tag sollen Hürden und Hemmnisse im Umgang mit dem PC und dem lnternet abgebaut werden. Ziel ist, dass die Teilnehmenden Grundkenntnisse in einem Textprogramm erwerben, Bestellungen im Internet aufgeben und an Videokonferenzen teilnehmen können. Das Projekt fördert die Anschaffung von Geräten für den Unterricht und das Honorar für die Lehrkraft.

Ähnliche Kompetenzen will das Bamberger Agnes-Neuhaus-Heim seinen Bewohnerinnen und Bewohnern vermitteln. Die psychisch Kranken, die in der Einrichtung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) und in deren Außenwohngruppen leben, benötigen Unterstützung, um sich im Internet zurechtzufinden. Viele alltägliche Vorgänge werden immer öfter nur noch digital abgewickelt: Anmeldungen bei Behörden, Terminvergaben, E-Mail-Korrespondenzen, Suche nach Informationen. Dies selbständig zu erledigen, wird in kleinen Gruppen trainiert.

Bereits kleinen Kindern Sicherheit im Umgang mit elektronischen Medien geben will die Katholische Kindertagesstätte St. Antonius in Lisberg. Die Kinder sollen behutsam mit den digitalen Technologien vertraut gemacht werden, mit denen sie in ihrem Alltag, etwa der Familie, schon längst konfrontiert sind. Das Projekt fördert für die Erzieherinnen einen Fernkurs „Digitale Medien in der Kita“.

Eine digitale Sprechstunde für Migranten bietet der Fachdienst Migration an, der ebenfalls zum SkF Bamberg gehört. Dessen Klienten machen vor allem mangelnde Sprachkenntnisse zu schaffen. In der Sprechstunde beantwortet ihnen eine Honorarkraft alltägliche Fragen zu Homeschooling und Lernportalen, Anmeldung bei Internetportalen und Webseiten von Behörden wie der Arbeitsagentur, E-Mails, Passwörtern und Internetrecherche. Das Angebot richtet sich an alle Altersgruppen und an Klienten in Bamberg, Forchheim, Lichtenfels, Kronach und Coburg.

Schulungen im Umgang mit
den elektronischen Hilfsmitteln

Vor noch viel grundlegendere Probleme sehen sich die Geflüchteten gestellt, die in den sieben Gemeinschaftsunterkünften der Stadt Fürth untergebracht sind. Dort gibt es nicht einmal WLAN. Dadurch waren die Kinder im Lockdown wochenlang vom Distanzunterricht ausgeschlossen, so dass ihnen Bildung schlicht vorenthalten wurde. Die Flüchtlings- und Integrationsberatung der Caritas Fürth installiert daher – unterstützt von der ehrenamtlichen Initiative „Freifunker“ – WLAN in den Flüchtlingsunterkünften. Die Geflüchteten können es kostenfrei nutzen – und die Stadt hat zugesichert, dies nicht auf die finanziellen Leistungen anzurechnen, welche die Asylbewerber erhalten.

Kindern mit Migrationshintergrund Hausaufgabenhilfe gibt die Allgemeine Soziale Beratung Fürth. Bislang erteilten Ehrenamtliche den Schülerinnen und Schülern aus Grund-, Mittel- und Realschule zweimal wöchentlich Nachhilfe in Präsenz. Jetzt ergänzen Videomeetings das Angebot. Auch die individuelle Betreuung ist über digitale Kanäle möglich.

Die Sozialen Beratungsstellen benötigen digitale Geräte aber nicht nur für den Kontakt zu Schülern. „Hartz IV“ und ähnliche Leistungen können und sollen online beantragt werden. Vielen Klienten fehlt aber sowohl zu Hause die Ausstattung, denn der Regelsatz bietet keine finanzielle Grundlage für deren Anschaffung, als auch die nötige Kenntnis.

Die Soziale Beratungsstelle der Caritas Kronach stellt daher in ihren Räumen den Ratsuchenden einen Computerarbeitsplatz mit leistungsfähigem Internetzugang, Drucker und Scanner zur Verfügung. Wenn nötig, unterstützen die Berater bei der Bedienung.

In ähnlicher Weise stellt die Caritas Coburg in der Sozialen Beratungsstelle und im Frauenprojekt „Amal“ ihren Klienten die notwendigen Geräte bereit, damit diese nach einer Einweisung selbständig elektronisch kommunizieren können. Das Angebot umfasst auch Schulungen, Einzelgespräche und Videokonferenzen.

Noch weiter geht die Caritas Nürnberger Land. Sie will ergänzend zu Schulungen Geräte an die Klienten ausgeben. Eine Spende von 100 Laptops soll dies ermöglichen. Zielgruppe sind Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten, alleinlebende Senioren und Menschen mit Behinderung. Die Schulungen werden über die Quartiersarbeit an verschiedenen Standorten im Landkreis angeboten.

Ebenfalls über die Quartiersprojekte führt die Caritas Fürth eine weitere Maßnahme durch. In der Fürther Südstadt, in Cadolzburg und Veitsbronn ermöglicht sie engagierten Bürgern, an digitalen Angeboten teilzunehmen und sich digital untereinander zu vernetzen. Dazu verleiht sie Laptops und Zubehör, berät bei der Nutzung und organisiert Schulungen, die wiederum Freiwillige aus der Nachbarschaft erteilen.

Auch um überhaupt Beratung aufrechterhalten zu können, sind Stellen auf digitale Ausstattung angewiesen. Die Klienten des Autismuszentrums Oberfranken leben verstreut im ganzen Regierungsbezirk und haben oft weite Wege zum Standort Burgkunstadt zurückzulegen. Im Lockdown waren Außensprechstunden und persönliche Kontakte nicht möglich. Die Anschaffung eines Laptops ermöglichte, Beratungsgespräche und Schulungen – zum Beispiel Elterntrainings – über ein Videokonferenztool durchzuführen.

Ähnlich arbeitet auch die Traumafachberatung Brücke in Erlangen. Die Gruppen der Traumatisierten und psychisch Kranken kommen in Videokonferenzen zusammen und können sich so weiter austauschen. Traumatelefon und Beratung per E-Mail erfreuen sich großer Beliebtheit. Für diese kommunikativen Wege wurden Mitarbeiter und Ehrenamtliche der bei der Caritas Erlangen angebundenen Beratung mit Hard- und Software ausgestattet.

Internet und Geräte als
Voraussetzung

Das Projekt „Digitale Bildung und Teilhabe“ will noch mehr vorbildliche Maßnahmen auszeichnen. Eine zweite Vorschlagsrunde läuft bis zum 31. Oktober 2021. Bis dahin sind die Stadt- und Kreis-Caritasverbände, die Fachverbände und korporativen Mitglieder der Caritas, die Pfarreien und die in ihr aktiven Gruppen und Verbände aufgerufen, Ideen oder bereits begonnene Maßnahmen einzureichen. Beim ersten Mal nicht berücksichtigte Anträge können nachgebessert werden.

Für die Förderung der Maßnahmen stellt der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg 80 % seines Anteils am Erlös der beiden Caritas-Sammlungen 2021 zur Verfügung. Leider sind aufgrund der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie die Einnahmen der Caritas-Sammlung zurückgegangen. So sank 2020 der Erlös im Vergleich zu 2019 um 20 %. Einbrüche sind auch dieses Jahr zu erwarten. Daher ist der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg auf zusätzliche Spenden angewiesen.

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