Der Caritas ein Gesicht geben

Eröffnung der Foto-Ausstellung im Anschluss an den
Gottesdienst zum Caritas-Sonntag

Sonntag, 26. September 2021

Eröffnung der Ausstellung Caritas ein Gesicht geben

Nach dem Gottesdienst eröffnete der Diözesan-Caritasverband im Bistumshaus St. Otto die Ausstellung „Der Caritas ein Gesicht geben“. 20 großformatige Schwarz-weiß-Aufnahmen des Fotografen Marcus Bauer (www.bambild.de) zeigen Menschen aus Einrichtungen, Diensten und Tätigkeitsfeldern der Caritas.

Veranstaltung:

„Endlich dürfen wir wieder Gastgeber sein“, begrüßte Vize-Caritasdirektorin Ursula Kundmüller die Gäste der Vernissage im Bistumshaus St. Otto. In wegen Corona doch eher kleinem Kreis zeigte der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg erstmals die Fotoausstellung „Der Caritas ein Gesicht geben“. Sie entstand als Beitrag zum 100jährigen Jubiläum des Verbandes.

Dessen Gründung 1921 falle in eine Zeit der Umbrüche und wirtschaftlicher Not, erinnerte Heinz-Josef Kessmann, Vizepräsident des Deutschen Caritasverbandes, in seiner Ansprache. Materielle Hilfen wie die Verteilung von Säuglingsnahrung, Lebensmitteln und Kleidung seien für die Caritas drängende Aufgabe gewesen. Dabei habe man die Notwendigkeit für Abstimmung und Organisation der karitativen Arbeit gespürt. Daher seien zwischen 1912 und 1923 die meisten Diözesan-Caritasverbände entstanden.

In den 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden aber auch „viele sozialpolitische Entscheidungen getroffen, die unser Land heute noch prägen“, sagte Kessmann; dazu gehöre die besondere Rolle der Freien Wohlfahrtspflege. Dadurch seien schon damals zunehmend Einrichtungen wie Kindergärten, Altenheime und Sozialstationen entstanden. Die Arbeit der Caritas sei „ein Spiegel der jeweiligen Zeit mit ihren Hoffnungen und Nöten“ und den „sozialen und politischen Entwicklungen“.

Dass aber das Thema Armut und die materielle Hilfe stets aktuell geblieben seien, hätten wir ganz aktuell bei der Flutkatastrophe im Ahrtal gesehen, berichtete Kessmann, der auch Diözesan-Caritasdirektor in Münster ist.

Gleichzeitig stellte er die Gegenwart als „Zeit der Veränderungen“ dar. Reformen in den Bereichen Wohnen und Pflege zeigten sich durch Corona „in einer neuen Dringlichkeit“. Zudem habe die Pandemie „auf drastische Art vor Augen geführt, wie wichtig eine funktionierende und erreichbare soziale Infrastruktur ist“. Im Lockdown seien Orte weggebrochen, an denen Kinder Teilhabe erfahren: Hort, Verein, Freundeskreis, Kindergarten und Schule. „Die soziale Infrastruktur entscheidet darüber, welche Entwicklungschancen Menschen haben“, betonte Kessmann.

Als Zukunftsaufgaben nannte er ferner Klimaschutz, der „unabhängig von der politischen Ausrichtung angegangen werden muss“, und Digitalisierung. Kessmann bezeichnete die Online-Beratung der Caritas als „Glücksfall“, da sie „nicht nur ein Call-Center“ sei, sondern Hilfesuchende mit Beratungsstellen in Verbindung bringe. Er lobte das Spendenprojekt „Digitale Bildung und Teilhabe“ des Diözesan-Caritasverbandes Bamberg als „genau das richtige Zeichen“, wie es gelingen könne, materielle und andere Hürden vor digitalen Angeboten zu überwinden.

Mehrfach unterstrich Kessmann, dass die heute Aktiven sich dankbar all der Menschen erinnern dürften, „auf deren Lebensleistung wir aufbauen können.“ Persönlich anwesend waren die früheren Diözesan-Caritasdirektoren Bernhard Simon und Gerhard Öhlein sowie der ehemalige Diözesanvorsitzende Edgar Hagel. Als prominente Gäste nahmen Staatsministerin Melanie Huml, Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Bürgermeister Jonas Glüsenkamp und Angela Trautmann-Janovsky für den Bezirk Oberfranken teil. Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Weihbischof Herwig Gössl und Generalvikar Georg Kestel vertraten das Erzbistum.

Ein Jahrhundert Caritas-Arbeit repräsentieren auch die 20 Porträtierten der Ausstellung „Der Caritas ein Gesicht geben“ – von der 100jährigen Ella P. aus dem Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Martin in Bayreuth bis zur einjährigen Julia M., Krippenkind in der Kreuzberg-Kindertagesstätte in Altenkunstadt. Die Aufnahmen des Fotografen Marcus Bauer seien zeitlos und suchten die Seele der Menschen zu zeigen, denn auf den Schwarz-weiß-Bildern lenke nichts von ihnen ab. Die Porträtierten hätten an der Auswahl mitgewirkt und drückten in den Fotos aus: „Das bin ich“, erläuterte Caritas-Mitarbeiter Horst Engelhardt, der die Schau mitkonzipiert hat. 

Kurze Interviews, die man mittels QR-Code auf den Bildtafeln aufrufen kann, ergänzen die Fotografien. Dadurch, so Engelhardt, erzählten diese auch etwas die Mitarbeiter der Caritas, „ohne die das Leben der Porträtierten nicht möglich ist“.

Bericht:

19.10. - 14.11.2021  Diözesanmusen in Bamberg

19.11. - 23.12.2021  Ansbach in der Caritas-Geschäftsstelle, Bahnhofsplatz 11

23.01.2022     Kronach in der Pfarrkirche

30.01.2022     Teuschnitz in der Pfarrkirche

06.02.2022     Steinwiesen in der Pfarrkirche

13.02.2022     Wallenfels in der Pfarrkirche

24.02. - 19.04.2022   Im City-Center, Königstr. 112 - 114, 90762 Fürth

20.06. - 28.07.2022   Bildungshaus in Vierzehnheiligen 9, 96231 Bad Staffelstein

Die Ausstellungstermine:

Impressionen der Austellungseröffnung

11 Bilder

Fotos:

Horst Engelhardt
Abteilung Caritas und Pastoral
Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg e.V.
Tel. 0951 8604-110
E-Mail: horst.engelhardt@caritas-bamberg.de

Kontakt: