Kinder- und Jugendhilfe

Erziehung und Betreuung

Kinder- und Jugendhilfe im Diözesa-Caritasverband Bamberg

Bereits 1922 begann der noch junge Diözesan-Caritasverband mit öffentlichen Kinderspeisungen, vor allem für Schüler. Die ausgegebenen Essensportionen wuchsen von 4.380 auf 773.603 im Jahr 1932.

Die Anfänge der Kindererholung reichen in die Kriegsjahre 1916/17 zurück. 1922-1924 schickte die Caritas Kinder zu vier- bis sechswöchigen Erholungsaufenthalten nach Hammelburg oder Strullendorf. Ab 1929 wurden jährlich Kindererholungen durchgeführt. Das waren nicht nur Aufenthalte in Caritasheimen. Ein Teil der Kinder wurde am Heimatort tagsüber betreut und verpflegt. Die jährliche Zahl der Kinder schwankte zwischen 120 und 355.

Da immer mehr Mütter – die Väter waren im 1. Weltkrieg gefallen, später arbeitslos – berufstätig waren, wuchs der Bedarf nach Betreuung von Kleinkindern. 1925 gab es im Erzbistum Bamberg bereits 63 katholische Kindergärten mit 3.000 Plätzen, zehn Jahre später 90 mit 4.500 Plätzen.

Als ab 1929 die Zahl der Arbeitslosen stetig stieg, entstand ein Arbeitslosen-Jugendwerk mit Berufsbildung, Sport, Freizeitbeschäftigung und Mittagessen. An Mädchen richteten sich Haushaltungsschulen.

Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten traf die Zwangsschließung von Caritas-Einrichtungen zuerst die Jugendhilfe: Kindergärten, Horte, Internate, Nähstuben, Hauswirtschaftsschulen und –kurse.

Nach dem 2. Weltkrieg bot die Caritas wieder verstärkt Kindererholungen an. Dank des „Wirtschaftswunders“ mussten sie bald weniger körperliche und gesundheitliche Defizite lindern, stattdessen soziale und psychische Probleme sich selbst überlassener Kinder angehen.

Seit 1950 wurden im Erzbistum 132 Kindergärten neu errichtet. In der Jugend- und der Behindertenhilfe differenzierte sich die frühere Heimunterbringung in ein abgestuftes System von ambulanten bis stationären Hilfen aus.

Da Erzieherinnen soziale Probleme von Familien oft frühzeitig wahrnehmen, erprobte das Modellprojekt „Kindertageseinrichtungen auf dem Weg zum Familienstützpunkt“ von 2006 bis 2008 Ansätze, den Familien – etwa durch engere Kooperation mit den Beratungsstellen der Caritas – Hilfeangebote bereitzustellen. Mit 600.000 Euro ausgestattet, übernahmen der Diözesan-Caritasverband und der Caritasverband Nürnberg das Konzept als Fortbildungsprogramm. 58 Kindertagesstätten haben es inzwischen durchlaufen.

Wegen der Corona-Pandemie entwickelte die Caritas 2020 Kindererholungen mit Abstand und Hygienekonzept.

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