Warum der heilige Konrad im Foyer des Diözesan-Caritasverbandes steht

Statue des heiligen Konrad aus Holz geschnitzt
Statue des heiligen Konrad aus Holz geschnitzt
Diese Statue des heiligen Konrad steht in der Vitrine im Foyer des Dr.-Philipp-Kröner-Hauses. Der langjährige Diözesan-Caritasdirektor, nach dem die heutige Zentrale des Diözesan-Caritasverbandes benannt ist, hatte die Figur in den Verband gebracht. Dort geriet sie jedoch in Vergessenheit und wurde erst 1979 wiederentdeckt, als der Dachboden des früheren Verwaltungsgebäudes in der Geyerswörthstraße 2 umgebaut wurde. Direktor Walter Schirmer ließ die Skulptur im Referat Jugend- und Behindertenhilfe aufstellen – als Symbol der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, wie sie die pädagogischen Dienste und Einrichtungen der Caritas leisten.
Datum:
Veröffentlicht: 14.4.21
Von:
Dr. Klaus-Stefan Krieger

Was aber hat Bruder Konrad mit der Caritas zu tun? Wirkte der 1818 als Johann Evangelist Birndorfer geborene Ordensmann doch bis zu seinem Tod 1894 41 Jahre lang als Pförtner im Kapuzinerkloster in Altötting. Bekannt war er für die Liebe und den Respekt, die er allen entgegenbrachte, die an die Pforte des Klosters klopften. Das waren nicht wenige, denn bis zu 300.000 Wallfahrer und Pilger suchten das Kloster jährlich auf, denn die Kapuziner waren und sind bis heute für deren Betreuung in Altötting zuständig.

Konrad versorgte aber auch hungrige Kinder aus armen Altöttinger Familien oder Handwerksburschen auf der Walz, die bettelnd an seine Pforte kamen. Der Heilige, dessen Namenstag am 21. April ist, wird daher oft – wie bei unserer Holzschnitzerei – Brot austeilend dargestellt.

Der 1934 heiliggesprochene Konrad von Parzham (dieser Weiler bei Bad Griesbach ist sein Geburtsort) ist Patron u.a. des Seraphischen Liebeswerks. Die Organisation mit dem altertümlichen Namen – Seraphim sind Engel – ist das Kinderhilfswerk des Kapuzinerordens. Es ist Träger von Diensten und Einrichtungen für Kinder und Jugendliche – von Kinderbetreuung über Schulen bis zu sozial- und heilpädagogischen Angeboten. In Herzogenaurach betreibt es das Liebfrauenhaus, das Grund- und Hauptschule, Hort und heilpädagogische Wohngruppen umfasst. Daher ist das Seraphische Liebeswerk korporatives Mitglied des Diözesan-Caritasverbandes Bamberg.