Vor 100 Jahren - Theodor Madlener wird erster Diözesan-Caritasdirektor

Theodor Madlener, der erste Diözesan-Caritasdirektor (1921 - 1943)
Theodor Madlener, der erste Diözesan-Caritasdirektor (1921 - 1943)
Gestern vor 100 Jahren, also am 18.05.1921, wurde der erste Vorstand des Diözesan-Caritasverbandes Bamberg gewählt. Nachdem bereits im Februar 1921 von Erzbischof Jacobus von Hauck auf Drängen des Deutschen Caritasverbandes hin eine Versammlung zur Gründung eines ordentlichen Diözesan-Caritasverbandes in Bamberg einberufen worden war, wurde es im Mai also ernst.
Datum:
Veröffentlicht: 19.5.21
Von:
Simona Gogeißl/Dr. Klaus-Stefan Krieger

Domkapitular Theodor Madlener, dem unser Bild der Woche gewidmet ist, bekleidete das Amt des Vorsitzenden und ersten Diözesan-Caritasdirektors. Er förderte die Gründung weiterer Ortscaritasverbände, Pfarrcaritasausschüsse, Kindergärten und Krankenpflegevereine. Hintergrund der Arbeit war die Not nach dem 1. Weltkrieg und infolge der Hyperinflation 1923.

Während die Weimarer Republik soziale Aufgaben an Verbände der freien Wohlfahrtspflege übertrug, unterdrückten sie die Nationalsozialisten nach der Machtergreifung. Das Dritte Reich schloss Einrichtungen oder requirierte die Häuser (z.B. für Kinderlandverschickung, Evakuierungen, Lazarette). Im Erzbistum Bamberg wurden 26 Caritas-Einrichtungen mit zusammen 3.200 Plätzen enteignet.

Die Unterdrückung der Caritas durch die Nationalsozialisten kündigte sich bereits 1932 durch eine Verleumdungskampagne des „Bamberger Beobachter“ gegen Diözesan-Caritasdirektor Theodor Madlener an. Das Hetzblatt unterstellte ihm Korruption und Veruntreuung. Ein von Madlener angestrengter Prozess gegen die Schriftleiter endete mit einem Vergleich.

1937 wurde dem erkrankten Madlener Dr. Philipp Kröner als Caritaskurat zur Seite gestellt. Die Leitung des Diözesan-Caritasverbandes versah faktisch Weihbischof Joseph-Otto Kolb. Als Madlener 1943 mitten im Krieg starb, folgte ihm Kröner als Diözesan-Caritasdirektor. Kolb, inzwischen Erzbischof, übernahm persönlich den Vorsitz des Verbandes.